Jüdische Geschichte Kompakt

Jüdische Geschichte Kompakt

Jüdische Geschichte Kompakt

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00:00:20: Und herzlich willkommen zur jüdische Geschichte Kompakt.

00:00:24: Ich freue mich sehr, Sie heute zur zweiten Folge unserer aktuellen Podcast-Staffel begrüßen zu können die dieses Mal unter der Überschrift Geschichte und Geschichten der deutsch-jüdischen Diaspora steht.

00:00:36: Und in der wir uns einem Gegenstand zuwenden, der schon lange im Zentrum des Forschungsinteresses am Moses Mendelssohn-Zentrum steht.

00:00:43: auf der Internetseite zu dem Forschungsprojekt ebenso wie in Miriam Rürobs Intro zu dieser Staffel können sie mehr darüber erfahren.

00:00:50: Mein Name ist Lutz Fiedler vom Moosismendes und Zentrum für Europäische Studie in Potsdam.

00:00:56: Und gemeinsam mit meiner Kollegin, Lisa Sophie Gebhardt, kuratieren wir die aktuelle Staffel.

00:01:02: Wie immer ist der Podcast aber eine Gemeinschaftsproduktion von MMZ und dem Hamburger Institut für die Geschichte der Deutschen Juden.

00:01:10: Nachdem wir in der ersten Folge zu dieser Staffel unter der Überschrift Re-Mapping Survival mit Latina Grossmann über deutsch jüdische Fluchterfahrung zwischen Iran und Indien gesprochen haben, richten wir den Blick in unsere heutigen Folge auf Amerika.

00:01:26: Oder genauer gesagt – auf die beiden Amerikas!

00:01:30: Insofern wir im Vergleich in der Perspektive über die deutschjüdische Diaspora an den Vereinigten Staaten von Amerika einerseits und in den Staaten Lateinamerikas andererseits sprechen wollen.

00:01:42: Mit unserem Kollegen David Jünger, der seit vergangenem Jahr im MMZ als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitet und ein ausgewiesener Kenner der deutsch- jüdischen Geschichte im Allgemeinen und der Immigrationsgeschichte während des Nationalsozialismus im Besonderen ist, weil wir über das Leben und Wirken des deutschjüdischen Rabbinas Joachim Prinz und dessen Flucht in die Vereinigten Staaten sprechen.

00:02:03: An der Uni Rostock hat David gerade eine umfassende Abilitationsschrift über das Leben von Prinz vorgelegt und sich darin auch dessen religiösen und politischen Wirken in den Vereinigten Staaten zugewandt, wo er in den Sechziger Jahren ikonisch für die jüdische Unterstützung der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung geworden ist.

00:02:22: Erweitern werden wir diese amerikanische Erfahrung durch einen Blick nach Süden Im Gespräch mit Liliana Feierstein, die als Professorin für die transkulturelle Geschichte des Judentums an der Humboldt-Universität in Berlin lehrt und zu extraterritorialen Kulturen, Theorien der Diaspora, der Geschichte des Esperanto.

00:02:42: Und vielmehr forscht werden wir in den unterschiedlichen Versuchen deutschsprachiger Jüdinnen und Juden erinnern zwischen Mexiko und Argentinien an die vergangenen deutschprachige jüdische Kultur fern ab der verlorenen Heimat anzuknüpfen.

00:02:58: Wie immer finden Sie Informationen zu den Veröffentlichungen unserer Gesprächsteilnehmer hin in den Schurnutz zu diesem Podcast, aber auch weitere Lektürehinweise zum Gespräch angesprochenen Themen.

00:03:10: Jetzt aber wünsche ich Ihnen vor allem angeregtes Zuhören!

00:03:16: Liebe Liliana lieber David Wir freuen uns alle vom Podcast-Team sehr, euch heute hier begrüßen zu dürfen in unserer Staffel zur Geschichte der Deutsch-Jüdischen Jasperer.

00:03:24: In der wir uns heute die Geschichte der deutschen Jaspera in Amerika oder besser gesagt in den beiden Amerikas also in Nordamerika auf der einen Seite insbesondere den Vereinigten Staaten und Süd beziehungsweise der Teilenamerika zuwenden werden da wird.

00:03:41: Du hast dich schon länger mit der Geschichte der deutsch-jüdischen Jaspora in den Vereinigten Staaten auseinandergesetzt und hast das insbesondere entlang der Biografie einer Person gemacht, nämlich des deutschen Rabiners Joachim Prinz über den du gerade eine Biographie verfasst hast.

00:03:57: Und indem du sein Leben eigentlich dargestellt hast von der Zeit der Weimarer Republik über die Anfänge des Nationalsozialismus und dann seinen Weg, seine Flucht in die Vereinigten wo er insbesondere mit seinem Engagement für die afroamerikanische Gemeinschaft und die amerikanische Bürgerrechtsbewegung hervorgetreten ist.

00:04:16: Ich würde gerne einsteigen mit der Frage, wie bist du überhaupt auf Joachim Prinz gekommen?

00:04:21: Was hat dich an ihm fasziniert?

00:04:22: Und wer war er eigentlich bevor er Deutschland verlassen musste und in den Vereinigten Staaten geflohen ist?

00:04:29: Ja zunächst einmal vielen Dank Lutz für die Einladungen zu dem Podcast, die ich sehr gern gefolgt bin.

00:04:36: Fasziniert hat mich, kennengelernt habe ich auch im Prinz als tatsächlich jemand einer ganz zentralen Persönlichkeit des deutsch-schüdischen Überlebenskampens während der Zeit des Nationalsozialismus.

00:04:46: Also ein ganz charismatischer oder wichtige zentrale Figur in diesem Überlebenschampf besonders für die Berliner Jahre.

00:04:54: und also ich überlegte später Was könnte ich an transnationalen Themen vielleicht entwickeln für ein Projekt?

00:05:02: Dann habe ich gemerkt, der Prinz ist eine unglaublich wichtige Persönlichkeit für das deutsche Judentum gewesen.

00:05:08: Aber dann vielleicht in bestimmter Weise noch viel zentrale eigentlich für das amerikanische Judentun.

00:05:12: Du hast es schon angedeutet eigentlich für die amerikanliche Geschichte.

00:05:15: um nochmal zurückzugehen zu deiner Frage also wo kommt Prinz her und wo kommt auch mein Interesse her?

00:05:21: Das ist die Zeit des der Weimarer Jahre und des Nationalsozialismus.

00:05:25: zwei geboren, hat im Breslau am jüdisch-theologischen Seminar seiner Rabbina Ausbildung abgelehnt und war ab.

00:05:41: Zum einen war Prinz ein sehr junger, charismatischer Rabbiner der nach Berlin kam und vieles auf den Kopf gestellt hat was bis dahin im rabbinischen Leben oder im jüdlichen Gemeindelleben üblich war.

00:05:53: Er hat eine neue Formen der Prädicht entwickelt die sich vor allem stark an Alltagssorgen der Bevölkerung der Gemeinde orientiert hat Und deswegen vor allem zu einer Person geworden, die bei der jüdischen Jugend enormen Anklang gefunden hat.

00:06:09: Er wurde fast schon so eine Art Popstar in der Weimarer Republik und dann darüber hinaus noch später umso stärker im Nationalsozialismus.

00:06:17: Der zweite Punkt war politisch.

00:06:19: Er war ein leidenschaftlicher Zionist, der aber anti-liberal gegen das religiöse Liberale Judentum eingestellt war, aber zionistisch.

00:06:32: und für den Zivilismus, also vor allem für ein nationalbewusstes Judentum.

00:06:36: Für eine jüdische Renaissance in der Diaspora gestritten hat.

00:06:40: Und hier ist jetzt auch mein letzter Punkt, hier besonders wichtig wurde ab dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft eine sehr deutliche Stimme war ein sehr wichtiges Buch geschrieben hat vielleicht das meist diskutierende Jüdische Boot der Dreißiger Jahre nehme ich das Buch wie Juden im Jahr und dann zu einer ganz wichtigen Figur wurde des mentalen geistigen Widerstands gegen den Nationalsozialismus.

00:07:05: Vielen Dank, das öffnet ja schon viele wirklich spannende und wichtige Themen.

00:07:09: In den letzten Jahren ist Prinz dann selbst gemeinsam mit seiner Frau Hilde und den beiden Kindern geflohen hat das Land verlassen.

00:07:17: er war Zionist aber nicht nach Palästina sondern in die Vereinigten Staaten.

00:07:22: kannst du vielleicht ein bisschen was sagen was dann am Ende zu dieser Fluchtentscheidung geführt hat?

00:07:27: Und auf welchem Weg er überhaupt in die vereinigten Staate gekommen ist?

00:07:33: Wie wir schon erwähnt, dass Prinz es im Sommer neunzehnundseinhalbzig mit seiner Familie ausgewandert zu einer Zeit als der Druck auf die jüdische Gemeinschaft immer stärker wurde und auch Prinz selbst ins Stärke ans Visier der Gestapo-Geried auch mehrfach kurzzeitig inhaftiert wurde.

00:07:48: Und auch zwischenzeitlich das Land verlassen musste weil etwas eine größere Aktion gegen ihn zu befürchten war.

00:07:56: und dann hatte die Entscheidung getroffen das Land so verlassen und er ist in die Vereinigten Staaten gegangen.

00:08:01: Das ist zunächst einmal eigentlich gar nicht so überraschend, denn die bei einigen Staaten waren das wichtigste Emigrationsland für deutsche Jüdinnen und Juden derzeit des Nationalsozeltismus.

00:08:12: Ungefähr nur von ca.

00:08:14: eineinhalb Jahren sind es in den Jahren im Jahr dreiunddreißig bis fünfundvierzig.

00:08:19: Und das hat verschiedene Gründe.

00:08:20: Zum einen gibt es eine ganz lange Tradition jüdischer, deutsch-jüdische Einwanderung in die USA.

00:08:25: Die geht weit in das Neuzentierhundert hinein und damit auch einen sehr etablierten Hintergrund... netzwerke, die schon existierten und auf die man aufbauen konnte.

00:08:35: Das Problem für viele war dass die Vereinigten Staaten ein Quotensystem eingeführt haben und deswegen konnten pro Jahr nur twenty-fünfzehntausend deutsche Jüde und Juden in die Vereinigen Staaten Einwandern.

00:08:46: Prinz gehörte zu denjenigen wie viele andere, die an dieser Quote vorbei einwandern konnten weil er ein Geistlicher war als Rabbiner einwanderen konnte.

00:08:57: Andere konnten es, weil sie Wissenschaftlerinnen waren.

00:09:00: Es gab so bestimmte Kategorien, die dazu geführt haben dass bestimmte Personen leichter emigrieren konnten.

00:09:05: Deswegen hat Brins aber viele andere auch diese Entscheidung getroffen in die Vereinigten Staaten zu emigrieren und so ist er wie viel andere liberale Rabbiner aber auch moderne orthodoxe Rabbine in den Vereinigen Staaten ausgewandert wo es eben hervorragende Netzwerke gab, nicht zuletzt und das ist sozusagen sehr entscheidend für die Rabbiner am Hyper-Union College in Cincinnati.

00:09:27: Die sehr viel und sehr stark dafür gearbeitet haben dass deutsche Rabbine Deutsche Rabbina in die USA einwandern konnten.

00:09:37: Ich will da gern unmittelbar anknüpfen.

00:09:39: Du sprichst von diesen Netzwerken, die deutschen Rabbinern die Flucht und auch das Ankommen erleichtert haben Und darauf bezieht sich eigentlich meine Frage Wie gestaltete sich eigentlich für jemanden, der aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die Vereinigten Staaten geflohen war?

00:09:55: Für jemandem wie Prinz.

00:09:56: Die Ankunft in den Vereinigten staaten.

00:09:59: Ich soweit ich weiß und ich glaube von dir gelernt habe hat Prinz die Vereinigen Staaten verehrt Und trotzdem ist es ja eine ganz neue Erfahrung für ihn.

00:10:08: Inwiefern war es überhaupt erst mal ein Ankommen auch in einer deutsch-jüdische Struktur vielleicht den Weg dann auch in die Vereinigten Staaten, also das Ankommen in den Vereinigten staaten erleichtert hat.

00:10:21: Also man könnte Prinz hier zunächst Paz Prototo nehmen für einen deutsch-hüdischen Immigranten der Vereinigtenstaaten, der auf bestimmte Traditionslinien aber eben auch bestimmte Netzwerke zurückgreifen kann, die ich schon erwähnt habe, die für viele entscheidend waren.

00:10:37: Und das hat zu vielen Vorteilen geführt, nicht zuletzt der Seaper Union College.

00:10:42: Dass auch nicht zulets eine prinzipale deutsch-schülische Vergangenheit und Geschichte hatte und nun auch ein Gegenwart und auch eine Zukunft haben sollte.

00:10:51: Und es gab deutsch schülische Enklaven – viele kennen das manche kennen es Washington Heights im Stadtteil Manhattan von New York.

00:11:00: Das war eine jüdische Enklare eher ein ländliches süddeutsches Judentum, was dahin gekommen ist.

00:11:07: Ein sehr orthodoxes und dazu die sogenannte Vertreter der Frankfurter Austrittsgemeinde.

00:11:13: Es gab verschiedene Punkte und Netzwerke, in die es ermöglichten, in den Vereinigten Staaten zu kommen, wo noch Prinz sozusagen von diesen Netzwerken profitiert hat aber von Anfang an versucht sich von den deutschen Jüdinnen und Juden fernzuhalten, von dem deutschen Judentom.

00:11:27: Er wollte von Anfang an Amerikaner sein und er hatte, das hat es auch schon erwähnt dabei dennoch ein abivalentes Verhältnis zu Amerika.

00:11:34: Auf der einen Seite war für ihn Amerika wie für so viele andere.

00:11:37: Das war ein Sehnsortsort, ein allgemeiner Sehensortsort aber besonders ein jüdischer Sehtsortsort den er sich ansieht annehmen wollte und den er teils sein eigenes Leben machen wollte.

00:11:48: Auf der anderen Seite beschwerte er sich früh wie viele, viele andere auch und das kennt man bis heute in einer gewissen Art fast schon Überheblichkeit über die amerikanische Mittelmäßigkeit und Oberflächlichkeit also die amerikanische Kultur Das kennt man auch bis heute.

00:12:04: aber auch jüdische Religiosität konnte ihn nicht sonderlich begeistern.

00:12:09: Und dann gab es den einen großen Konflikt, der Prinz wieder mit allen anderen vereinte, nämlich eine materielle Existenz zu finden.

00:12:17: und selbst Prinz, der den besten protégé hat, den man sich vorstellen konnte, Steven Weiß, der in Deutschland fast schon ein Star war hatte enorme Probleme überhaupt auf die Füße zu kommen.

00:12:26: Zwei Jahre lang lebte er sehr prekär bevor sie ihm schließlich gelangen oder eigentlich bis es Steven Weiss schließlich für Prinz eine Gemeinde zu besorgen, nämlich die gemeinnibene Abram enorm also bei New York in New Jersey, wo er schließlich einen Auskommen fand und damit eigentlich auch erst so richtig seinen Weg in den Vereinigten Staaten beginnen konnte.

00:12:45: Ja vielen Dank lieber David für diese Einblicke und du hast es gerade gesagt dass diese Flucht- und Ankunft gewissermaßen auch im Kontext einer jüdischen Hoffnung eine Vision von Amerika steht.

00:13:00: Liliana wenn man wenn man sich dein Forschungsfeld, deine eigene Lebensgeschichte und Erfahrung anschaut dann wirkt es immer so als würde dieses Wort von Amerika zugleich etwas verdecken.

00:13:15: Nämlich das südliche Amerika, Lateinamerika und das gilt natürlich auch für die Geschichte der Flucht- und Vertreibung deutsche Jüdinnen und Juden in Lateinamerika.

00:13:31: Und deswegen würde ich dich ganz allgemein erst mal fragen, was verlieren wir hier aus dem Blick wenn wir nur auf die Vereinigten Staaten schauen?

00:13:38: Welche Dimension hatte überhaupt die jüdische Flucht und Vertreibung und dann auch das Ankommen in den Ländern Latein-Amerikas?

00:13:46: also ich würde sagen Mexiko und der südamerikanischen Kontinent.

00:13:52: Ja danke, danke auch für die Einladung!

00:13:54: Ich freue mich sehr auf dieses Gespräch.

00:13:56: Ich erinnere mich immer an diese Sachen.

00:13:59: Ich komme aus Argentinien, dass ich mal in die USA war und ich sagte, ich komme aus Südamerika und irgendjemand sagte, oh, Kalifornia!

00:14:07: Also es ist natürlich irgendwie ein ganzes Kontinent was da irgendwie verdeckt bleibt.

00:14:11: Besprechend zum Beispiel von Latinamerika von Mexiko.

00:14:14: Mexiko ist Nordamerika.

00:14:16: Wir haben da irgendwie in Europa bestimmte geografische Probleme insgesamt zwanzig Länder.

00:14:22: Zwanzig Länder, zwanzige Geschichte, zwansig verschiedene politische Situationen Auch wenn man das aus Deutschland und Lateinamerika als ein Block sieht, aber es ist natürlich irgendwie sehr, sehr unterschiedlich.

00:14:34: Trotzdem in der erste Idee wäre so zu sagen, dass war natürlich nicht und das passt was gerade David sagte die erste Wahl für den deutschsprachigen Juden und Judinnen irgendwie zum Flucht.

00:14:47: Das heißt sind trotzdem mehr als hunderttausend Menschen angekommen.

00:14:53: das andere Amerika, wenn man es so benennen will.

00:14:57: Es gibt irgendwie sehr spannende Geschichte.

00:15:00: Erzmann muss man sagen vielleicht ganz allgemeiner einen großen Unterschied war kulturell natürlich eine viel größere Distanz auch religiös denn also die meisten in Deutschland kommen usw.

00:15:12: kamen aus einer protestantischen Umgebung.

00:15:14: da kommen sie dann in lateinamerika eine sehr starke katholische umgebung ja?

00:15:20: Dann gibt's hier Was wir hatten zu sagen danach, dass vielleicht können wir darüber reden was dann das Leben nach der Flucht, nach das Ankommen ist.

00:15:31: Und natürlich haben wir auch in Fass ganz Latinamerika mit wenigen Ausnahmen und das ist eine davon ist Mexiko, eine andere ist Venezuela in der Siebzigerjahre die ganze Diktaturen.

00:15:43: Das heißt, dass diese Emigrantinnen und Immigranten, die dahin gehen, also diese Fassismus nicht so Ende geht zusammen mit der Erfahrung in Europa.

00:15:51: Aber vielleicht zurück zu Deine Frage, wir sprechen von mehr als hunderttausend Leuten?

00:15:56: Menschen nicht nur Deutsch, sondern Deutschsprachigen.

00:15:59: Denn wie das praktisch so sein der... also nicht die erste Wahl war, ziehen die Leute später und dann auch aus Prag, aus Wien, aus wo auch immer so seien auch gekommen.

00:16:10: Deswegen spreche ich immer von Deutschsprachtigen noch nicht.

00:16:12: Genau!

00:16:13: Und dann haben wir auch aber das ist in USA natürlich auch die ganze Welle von Überlebenden, die dann ankommen.

00:16:20: Die sind natürlich nicht nur deutschsprachig, sondern da muss man auch die verschiedenen Gruppen auch genau ansehen.

00:16:27: Ja, ich kann vielleicht direkt daran anschließen weil es ja ein wichtiger Punkt ist.

00:16:31: wir haben es ja mit ganz unterschiedlichen Ländern und damit mit ganz verschiedenen Bedingungen der Möglichkeit der Ankunft überhaupt der Einreise zu tun.

00:16:40: Und meine Frage ist wenn man sich Mexiko anschaut da hat man über dieses Beispiel Ich habe es von dir gelernt das Beispiel des Präsidenten Lassaro Cardenas Der ganz offen war vor allem für politische Flüchtlinge, vor allem für Geflüchtete die dem spanischen Bürgerkrieg entkommen sind.

00:16:59: Und daran schließt sich natürlich unmittelbar die Frage an wie verhielt es sich denn mit jüdischen Flüchtlingen?

00:17:04: Auf welche politischen Voraussetzungen sind sie eigentlich gestoßen und wie unterschieds ich das in den verschiedenen Ländern?

00:17:10: also wir reden ja von Mexiko Argentinien Uruguay.

00:17:15: Ja, danke für die Frage.

00:17:17: Also dem Fall von Mexiko ist besonderes und besonders spannend bei Lassaro Carvenas ein sozialistischer Präsident war.

00:17:23: also das ist erstmal so sein.

00:17:24: eine Ausnahme also kein kommunistisch aber ein socialistischer Präsident in Mexiko der sozusagen ganz offensichtlich und da muss man das möchte ich auch ein bisschen in Vergleis setzen, weil gleich so die Bewegung von der jüdischen Fluchtinge und auch nicht nur jüdische.

00:17:41: Das will ich ja aus einem von den hunderttausenden Menschen, die nach Latinamerika angekommen sind, sind circa zweiundneinzig Prozent, dreiundneunzig Prozent Juden.

00:17:49: aber es gibt natürlich politische Fluchtinge, ne?

00:17:51: Die müssen wir nicht vergessen, die nicht jüdisch waren und trotzdem irgendwie Deutschland sogar vor dem anderen verlassen haben wie wir alle wissen genau.

00:17:58: Und was?

00:17:59: gleichzeitig gibt's auch die ganze Flüchtlinge-Bewegung von der Spanische Republik, also gerade in Franko, so zu sagen, siebundreißig fängt irgendwie den Zivilkrieg ins Spanien und es gibt so sein Siegtausenden von Flüchtlingen auch aus Spanier.

00:18:16: Was passiert in Mexiko ist dass aus dieser politischen Überzeugungen nicht aus menschlichen Überzeugen sondern aus politischer Überzeugung Kardinach um seine Regierung ganz offensichtlich die Republikaner helfen möchte Und ich finde es wunderbar, was er macht.

00:18:30: Fast dreißigtausend so ein Republikaner kamen nach Mexiko und er macht etwas, das heute undenkbar wäre.

00:18:39: Er zum Beispiel mittelt Schiffe damit die Leute sicher nach Mexikou ankommen können.

00:18:44: Man könnte sich das kaum vorstellen in dieser Zeit, die wir leben auch mit Flüchtlingen usw.. Kardena hat einfach mal diese Fluchtigmasen von Spanien, der sehr unterstützt auf politischen Gründen.

00:18:57: Und dann kommen noch Evian und die jüdische Flüchtlinge später.

00:19:03: Es gibt eine Teile Forschung, das sagt okay, Kardenas erlaubt sozusagen nur den kommunistisch-sozialistischen auch Juden oder nicht Juden.

00:19:12: aber dann gibt es eben diese Probleme mit den sogenannten rassistischer Verfolgten.

00:19:20: Und da ist Mexiko ein bisschen strenger und macht natürlich einen Unterschied zwischen politisch und rassistisch verfolgt.

00:19:29: Von heute aus gesehen wurde man sagen, oh schrecklich!

00:19:32: Worum der Einen oder der Andere nicht?

00:19:35: Also ich meine, das war noch keine Endlesung, die Situation war natürlich nicht schön in Deutschland und auch nicht in Europa.

00:19:42: Aber zu Mexiko kommen letztendlich nicht so viele jüdische Flüchtlinge wie in anderen Ländern.

00:19:49: Und trotzdem möchte ich nicht so hart zu Cardenas sein, wie zum Beispiel.

00:19:53: Daniela Gleizer ist Mexikanerin und sie hat darüber geschrieben und sieht viel, viel härter mit Cardenas.

00:19:58: aber ich möchte hier sagen wo ich die Politik von verschiedenen Ländern hatte in Amerika gesehen um Cardenas macht nicht anderes als was die andere Länder machen.

00:20:07: Trotzdem gibt es dann natürlich eine Unterschiede, von heute aus gesehen nicht so nett ist und man sagt okay ich hätte sich natürlich auch vielleicht die Türe irgendwie offener erhalten können genau.

00:20:19: aber ja das ist ein bisschen so der besondere Fall in Mexiko.

00:20:23: Ich habe einen anderen Extremfälle umgekehrt, aber die auch man genauer angucken soll.

00:20:28: Zum Beispiel Bolivien.

00:20:30: Bolivian ist ein sehr kleines Land in Lateinamerika, gar keine jüdische Gemeinde davor.

00:20:35: Hatte aber eine sehr reiche deutsche Unternehmer Moritz Hochschild und über seine Beziehungen und sein Geld und seine Bekannte schafft er Das heißt, als alle Nein sagten, Bolivien hat ja gesagt.

00:21:14: Ich

00:21:17: würde vielleicht unmittelbar daran nochmal anknüpfen, weil du jetzt von Moritz Hochschilds in Bolivien gesprochen hast.

00:21:22: Auf welche Strukturen überhaupt jetzt deutschsprachige Jüdinnen und Juden getroffen sind in den einzelnen Ländern Lateinamerikas?

00:21:30: Vielleicht jetzt vor allem mal am Beispiel von Argentinien.

00:21:33: Dort gab es schon eine größere jüdische Gemeinde.

00:21:37: Gab es dort auch deutsch-jüdische Netzwerke, so wie sie David mit Blick auf die Vereinigten Staaten erwähnt hat.

00:21:43: Oder gab es dort eine viel stärker Osteuropäisch geprägte jüdische Gemeinde?

00:21:47: Und wie haben sich dann überhaupt diese beiden unterschiedenden Judenheiten zueinander verhalten?

00:21:55: Ja, danke für die Freude.

00:21:57: Also in meinem Land, in Argentinien sind auch die meisten angekommen von dieser Hunderttausend, fast Fünfzigtausende nach Argentinienne angekommen.

00:22:05: Und in der Tat, was wir nennen Konosur vor allem Argentinien Brasilien und Uruguay waren schon etablierte jüdische Gemeinden die meisten die sogenannte Osteuropäische Gemeinde Die wirklich schon eine ganze Netzwerke von Schulen hatten.

00:22:23: Gemeinden von allen Richtungen außer Liberales Judentum.

00:22:27: Das ist das weil das irgendwie passte zu den osteuropäischen Juden nicht große Gruppen von Kommunisten, Anarchisten und Sozialisten.

00:22:36: Also alles möglich!

00:22:38: Und dann so sein die Autodoxie.

00:22:40: Liberales Judentum war sehr klein hier.

00:22:42: Es ist ein großer Unterschied mit USA.

00:22:45: Das ist genau was diese Jäckes in diesen Ländern auch mit.

00:22:55: Die Idee, dass man religiös-judisch sein kann.

00:22:58: Aber nicht so ethnisch wie von der Osteuropäische Juden die Idee war.

00:23:04: Es gibt hier auch wichtige und reiche deutsche jüdische Familie mit der Familie Weil Also hier muss ich die Fußnote immer machen, das fälligsweil mit argentinischen Geld den ganzen Frankfurterschule bezahlt hat.

00:23:18: Mit Getreidegeschäfte was uns immer sehr stolz macht.

00:23:22: Vielleicht schließe ich daran direkt noch an und ich würde gerne einen Satz vorlesen, den ich bei dir in einem Text gefunden habe.

00:23:34: Das ist ein Satz, der sich natürlich auf Mexiko bezieht.

00:23:37: Aber ich will ihn ausdehnen in seiner Bedeutung und fragen... Wir haben eigentlich deutsche Jüdinnen und Juden versucht an ihre Tradition, in einer gewissen Art und Weise eine verlorene Tradition anzuknüpfen und Elemente ihrer deutsch-jüdischen Zugehörigkeit in der Diaspora zu bewahren.

00:23:56: Ja, danke.

00:23:56: Also die Kamine der Tat mit einer in Gepäck, keine war eine Identifikation Figur aber nicht nur und das ist interessant für den Deutschsprachigen Juden ... Großmutter hingegangen ist, hieß auch Heine in den zwanzig Jahren in Argentinien und die waren osteuropäische Juden genau.

00:24:15: Aber dann kamen die Jeketh.

00:24:17: also erst mal haben sie ihre eigene Gemeinden gegründet weil sie wollte natürlich nicht mit diese Ostjuden betten oder irgendwie.

00:24:24: die haben eine ganz andere Verständnis wie man das Judentum erleben sollte.

00:24:28: Sie wollten natürlich auch auf Deutsch also die Prediger haben.

00:24:31: sie wollen auch ein Orgel haben ne?

00:24:33: Sie wollten Lewandowski hören also die ganze deutsch- jüdische Traditionen europäisch überhaupt nichts zu tun hatten, genau.

00:24:41: Und dann haben in ihrer eigenen Gemeinde zum Beispiel und ich glaube das ist ein Beispiel wo man sieht wie das funktioniert.

00:24:48: Hätte ich hier Interviews gemacht mit alten Leuten z.B.

00:24:51: von der Vorbereitung was die deutsche Rabbine gegeben haben vor Warmitz war und habe gefragt was sie da in diesem Kurs gelesen haben.

00:24:59: Da haben wir den alte Männer gelacht und haben gesagt natürlich Kant!

00:25:03: Was sonst?

00:25:04: Wir haben Kant gelessen um der Warmitzer vorzubereiten.

00:25:07: ja Das wäre natürlich für alle andere Juden ein bisschen absurd, aber die haben unglaublich daran gehalten

00:25:14: um

00:25:15: den Kapitel.

00:25:16: was danach kommt ist nicht mehr lustig sondern auch ein bisschen schmerzhaft.

00:25:22: weil sie haben auch nach der Show auch nicht allem, aber vielen Kontakt zu beiden deutschen Staaten.

00:25:32: Also die Jändige, die zurückgekommen sind also die Kommunisten und Sozialistinnen in DDR-Hauptsache Mexiko wo sie alle waren.

00:25:39: Aber ansonsten haben sie auch viele ihre Kinder nach Deutschland geschickt um in den Universitäten zu studieren Und das konnte von den anderen Teilen der Gemeinde gar nicht... Die konnten es überhaupt nicht verstehen.

00:25:51: Das hat auch viel Schmerz gehabt, weil das war Teterlan.

00:25:57: Und ich verstehe beide Seite, weil natürlich für die Deutschen war das auch ihr eigenes Land und sie wollte nicht ihre Sprache und ihr Land einfach mal verlieren oder ihrer Kultur.

00:26:06: Aber das ist natürlich eine sehr, sehr heikel Momente zu sein der jüdische Gemeinde vor allem in den fünftiger, sechsiger Jahren genau danach vielleicht um der Happy End zu erzählen haben sich die Gemeinden zum Beispiel in Argentinien im Brasilien ein bisschen vermischt.

00:26:21: Das heißt heute sind viele von dieser von den Juden gegründete deutsche Gemeinde eigentlich total vermischt.

00:26:30: Vielen Dank für diese wirklich sehr wichtigen Ausführungen über das Verhältnis der Gemeinden und das führt mich zugleich zu einer Frage, damit die ich an dich stellen würde.

00:26:41: du hast ja vorhin über diese ersten Jahre prekären Existenz von Joachim Brins gesprochen, bis er dann eine Anstellung als Rabbiner gefunden hat.

00:26:54: Und wenn ich es richtig sehe, hatte er dann auch zu Beginn oder ist ja dann zu Beginner vierziger Jahre zunehmend auch aktiv geworden und aufgestiegen innerhalb des American Jewish Congress also der einer, wenn nicht vielleicht sogar der federführenden Organisation das amerikanischen Judentums um.

00:27:11: meine Frage bezieht sich eigentlich darauf wie ist er denn eigentlich in dieser Organisation aufgestiegen und welchen Themen hat er sich eigentlich zugewandt?

00:27:21: Und hat dann seine deutsch-jüdische Herkunft hierbei noch eine Rolle gespielt oder hat er es sich eigentlich zusehends amerikanisiert.

00:27:34: Ja, das ist natürlich eine spannende Frage die man glaube ich gar nicht so eindeutig beantworten kann oder die ich nicht sehr eindeutlich beantwortet werden will.

00:27:41: Auf der einen Seite hat sich Prinz also... ab den viertiger Jahren im amerikanischen Korn engagiert, so wie du es schon gesagt hast Lutz.

00:27:49: Aber andererseits blieb er irgendwie auch ein Außenseiter, obwohl er schon frühzeitig Führungspositionen inne hatte aber überhaupt dem amerikanlichen Judentum und der teilte da etwas was viele Personen in Persönlichkeiten dieser Proche teilen.

00:28:04: Nämlich eine Einsamkeit die mit dem mit der Exilerfahrung zusammen hängt, bekämpft werden kann durch zunehmende politische oder sonstige Erfolge.

00:28:15: Prinz schrieb immer wieder bis weit in die sechziger, siebziger Jahre hinein das er eigentlich allein sei einsam.

00:28:21: Er hätte keine Freunde in diesem Amerika und er hielt Kontakt bis an Lebens- bis an sein Lebensende mit den Personen, mit denen er die aus Deutschland kannte.

00:28:29: Mit Kurt Blumenfeld der in Jerusalem war, mit Robert Welsch der in London saß oder mit Nachung Goldman der überall war.

00:28:36: Das waren sozusagen seine Personen, also die Deutsch-Jüger-Diaspora, die eigentlich irgendwie den Ort verloren hat.

00:28:43: Bis Anfang der sechziger Jahre fühlte sich Prinz eigentlich nicht als Amerikaner.

00:28:47: Er fühlten sich immer irgendwie unverstanden, nicht richtig akzeptiert und eben auch einsam.

00:28:52: Das ändert sich erst später in den Sechzehrjahren vor allem mit dem aufkommenden Bürgerrechtskampf.

00:29:00: Ja vielen Dank!

00:29:01: Das leitet unwirbar zu meiner nächsten Frage über nämlich zu Prinz, Involvierung in die amerikanische Bürgerrechtsbewegung.

00:29:10: Weil es ja so scheint obwohl er sich so isoliert und einsam in den Vereinigten Staaten gefühlt hat.

00:29:17: Und du hast es glaube ich sehr eindrücklich gerade illustriert, dass ja doch mit einem der wichtigsten Ereignisse der amerikanischen Geschichte, der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts verbunden ist.

00:29:26: und deine Beiträge fangen nicht selten mit dem Verweis auf Prinz Teilnahme am March on Washington im August neunztundhundertsechzig an weil sie da auch verweisen, wie stark Prinz involviert war in seinem Auftrieb neben Martin Luther King.

00:29:43: In dem antirassistischen Kampf der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, in seiner Fürsprache für die afroamerikanische Gemeinschaft.

00:29:50: und ich glaube in unserem Kontext ist natürlich insbesondere die Frage interessant was führt Prinz dazu sich hier einzubringen?

00:29:58: Ist das ein unmittelbarer Niederschlag seiner eigenen Diskriminierungserfahrungen als Deutscher Jude?

00:30:03: Und wenn ja steht er repräsentativ für eine Haltung der deutsch- jüdischen Diaspora?

00:30:11: oder ist es ein Alleinstellungsmerkmal?

00:30:13: Und was ist überhaupt der Weg, der Ihnen bis zu diesen Engagement geführt hat?

00:30:21: Ja das führt natürlich ins Zentrum wahrscheinlich der prinschen Biografie.

00:30:27: Nämlich Prinzbeteiligung am Margin Washington for Jobs and Freedom im Jahr fast schon sensationell.

00:30:38: Es war eine der größten Ereignisse in der Geschichte Amerikas, der Margin Washing.

00:30:44: Zweihundertfünfzigtausend Menschen versammeln sich in der amerikanischen Hauptstadt.

00:30:47: Das waren damals größte bis dahin größte Demonstrationen in dieser Geschichte.

00:30:51: Martin Luther King hält seine Rede I have a dream die zu so einer Ikonie des zwanzig Jahrhunderts geworden ist.

00:30:57: und wer ist der unmittelbar davor spricht?

00:31:01: Das ist Joachim Prinz ein deutscher Jude Ein Hitler Flüchtling Und der einzige von allen über zwanzig Rednerin, der nicht in Amerika geboren wurde.

00:31:11: Sondern ein Immigrantes!

00:31:13: Eine ganz verrückte, außergewöhnliche Geschichte.

00:31:16: Also das ist natürlich eine enorme Geschichte die ihn geprägt hat... ...die auch seine Wahrnehmung von ihm geprägt haben bis heute prägen.

00:31:26: Prinz als Civil Rights Rabbi.

00:31:30: Aber im Grunde genommen war es gar nicht unbedingt eine individuelle Leistung von Prinz.

00:31:34: Man könnte noch mehr zuspielen.

00:31:37: Es war eigentlich ein historischer Zufall, dass Prinz dort stand.

00:31:40: Denn es war ja nicht Prinz allein der für die Bürgerrechtsbewegung auf die Straße gegangen ist.

00:31:48: Ganz im Gegenteil, das gibt eine lange Geschichte, die weit ins Jahrhundert hinein reicht von der Unterstützung des Bürgerrechtskampfes oder des afriamerikanischen Befreiungskampfs durch jüdische Organisationen Die besondere Fahrtaufnahme nach

00:32:01: nr.mr.v.a.,

00:32:03: als es insbesondere jüdische Organisationen waren, die den Bürgerrechtskampf auf verschiedene Weise unterstützt haben.

00:32:08: und hier war es vor allem eine Organisation, die sich besonders hervorgezahnt hat.

00:32:12: Und das war der American Jewish Congress.

00:32:15: Als Präsident des American Jewish Conquerors hatte er sich immer mehr in diese Geschichte hineingedacht Denn er selbst war von Anfang an ein Gegner des Rassismus- und Gegensäglichation.

00:32:25: Wir haben von Prinz einen unglaublich spannenden Text Aus dem Jahr neunzehntel, siebenunddreißig.

00:32:32: Bevor er nach Amerika emikriert ist in die USA emikritis hatte Prinz war Prinz auf eine Erkundungstour In die Vereinigten Staaten gereist kehrt nach Deutschland zurück und veröffentlicht in der Zeitschrift Der Morgen ein Artikel heißt amerika hast du es besser?

00:32:46: Frage zeichen und indem beschreibt er die Situation in New York in Harlem Und beschwert sich über den Rassismus gegen Die schwarzen vor allem unter der jüdischen Bevölkerung Und macht klar, wir als deutsche Juden können das nicht.

00:33:01: Wir können es nicht verstehen!

00:33:03: Wie kann man denn rassistisch sein?

00:33:05: Wo wir doch selber ein Volk sind, dass immer wieder unter Rassismus gelitten hat.

00:33:09: Das heißt sozusagen er ist selbst schon eigentlich scheinend eine prinsenierte Persönlichkeit zu sein.

00:33:14: Vielen Dank David für diese Antwort die in einer gewissen Art und Weise so wirkt als wäre des Engagement von Prinz sowohl Ausdruck seines einer deutschen Zugehörigkeit und seines deutsch-jüdischen Erbes als auch seiner Amerikanisierung.

00:33:30: Und ich würde diese Frage oder diese Konstellation unmittelbar aufnehmen, um sie weiterzureichen, Liliana mit Blick auf Lateinamerika, um zu fragen inwiefern gibt es denn in Latein Amerika an den Staaten Latein Americas ähnliche Konstellations wo wir deutsche Jüden und Juden beobachten können die nach ihrer Ankunft und nach ihrem Ankommen sich unmittelba in das politische Geschehen der Länder, in denen sie jetzt Leben sich eingebracht haben und vielleicht auch gleichermaßen sichtbar sind.

00:34:03: Ja es ist eine spannende und gleichzeitig schwierige Frage auch wegen die viele Länder, die wir haben und gleichzeitig wegen die andere Bedeutung was ich schon angesprochen habe von den Potschen um Militärdiktaturen.

00:34:20: Wir haben natürlich in Lateinamerika, also die... Ich sag's ich mach das irgendwie total platt.

00:34:25: Aber die Azteckengruppe, die sozialistische Gruppe, die nach Mexiko gingen und dann... Also kurz danach, wir kennen sie alle Anne Segers und alle anderen Dann doch im DDR oder um die DDR irgendwie zu gründen zurückgehen.

00:34:40: Und dann haben wir in den anderen Ländern also die, ich würde mal sagen, ganz normale Frauen und Männer.

00:34:46: Das heißt, wir haben, glaube ich also nicht so sehr in der Politik.

00:34:51: Wir haben eher in der Kultur große Figuren, die was verendet haben hier.

00:34:59: Zum Beispiel, ich möchte mal hier bei den zwei Namen

00:35:02: z.B.,

00:35:02: was mir immer faszinierte war, der Mitbegründung von der psikonalitischen Bewegung in Argentinien.

00:35:09: Ich weiß vielleicht das Buenos Aires, die Stadt ist wo man am meisten psikonalitiker sagen kann... Bosentuel hat mehr als New York.

00:35:17: Wir sind alles erstausst darauf, also wir gehen nicht irgendwie raus ohne unsere Psychoanalytiker Lavoudi allen!

00:35:22: Und das ist natürlich auch eine interessante Bewegung in Argentinien.

00:35:26: Den auf einer Seite kommen die deutschsprachigen Juden, vor allem und ich möchte hier zwei Namen sagen.

00:35:31: Eine ist Marie Lange.

00:35:33: Marie Langer kam aus Wien war eine Schullehrerin von Defreuz also von Sigmund und auch von Anna ging aber als Kommunistin in der spanischen Republik.

00:35:42: Das ist auch eine Schicksal vom viele der Emigranten, die kommunisten oder sozialisten und dann von der spanische Zivilkrieg nach Uruguay weiter nach Argentinien und findet aber hier andere Psykonolitiker, die interessanterweise von der republikanischen Spanien kamen.

00:36:01: Und diese Zusammenarbeit von der psikonalitische Vereinung in Argentinie, die eine ganz andere Charakter hat sie wird zum Beispiel rausgeschmissen aus den internationalen Vereinenungen einundsehbzig bei langer ein Dokument schreibe wo steht also freut um Markt.

00:36:19: wir versichten auf keinen von beiden.

00:36:21: Der zweite Name ist Belast Shekeli und ich höre das auch in den Namen.

00:36:26: Er kam aus Budapest, er war auch also im Psychonalitiker in der Richtung von Adler und macht auch unheimlich viel hier.

00:36:34: Das heißt wir haben auch in Musik die ganzen Menschen die Bibigette sterben, die Fotografin, die erfahrene Bauhausen wir hatten oder in der Weimar Republik oder in feministische Bewegung weil man muss sich das auch klar machen zum Beispiel dass in der dreißiger jahren in latin amerika die frauen keine die Frauen haben einfach mal nicht gewählt hier.

00:36:56: In Argentinien ist es in den Neunundvierzig das angekommen mit der Vita, Péron, genau aber davor und da kann man diese ganze Frau aus mit ihrer Fahne, eine Weimar Republik mit ihrer Frau aus Europa und das ist natürlich auch für die feministische Bewegung hier total wichtig.

00:37:12: Aber die sind nicht so wie bei Prinz, glaube ich oder bei anderen in USA ganz konkrete Figuren, die dann in Latin America bleiben und da sozusagen Liders würden.

00:37:22: Sondern eher ein ganz konkreter Bewerb vor allem in der Kultur und in der Wissenschaft, glaube Ich.

00:37:28: Ja vielen Dank!

00:37:29: Wir nähern uns dem Ende der Zeit und ich will sozusagen mit einer Frage bevor ich zur letzten Frage komme an euch beide Enden vielleicht zuerst an dich.

00:37:39: David Prinz bleibt, obwohl er in den Vereinigten Staaten geflohen ist und obwohl er dort sich ganz wesentlich sowohl innerhalb amerikanisch-jüdischer Politik einbringt als auch innerhalb der öffentlichen Debatten.

00:37:55: Wir haben davon gehört.

00:37:56: Bleibt er trotzdem dem Geschehen?

00:38:00: in Deutschland verbunden und bringt sich immer wieder auch in Debatten innerhalb der Bundesrepublik ein, insbesondere Debatten, in denen die Auseinandersetzung mit dem Holocaust eine Rolle spielt.

00:38:11: Kannst du uns kurz einen Überblick geben wo er hier involviert ist?

00:38:14: Und was ihn überhaupt motiviert weiter in diesen...weiter sich innerhalb der Bundesregierung politisch einzubringen?

00:38:24: Ja, diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten.

00:38:26: Aber zunächst einmal hatte Prinz Deutschland und die deutsche Bevölkerung jetzt weitestgehend verachtet – ziemlich verachtet nach dem Jahr nineteen oder fünfvierzig.

00:38:35: Hatte eigentlich kein großes Interesse sich damit zu sehr auseinandersersetzen aber wurde immer wieder auf dieses Feld zurückgeworfen in seinen verschiedenen Funktionen, politischen Funktion als Führungsmitglied im Präsident des Amerika-Jewish-Kangers und in seiner Führungspfunktion über Jahrzehnte im Weltschirchkonger.

00:38:51: Und hier muss der immer wieder aktiv werden.

00:38:53: Das heißt er ist erst immer wieder nach Deutschland gereist, sei es in den Nuremberg-Prozessen als Dolmetscher oder später in den Mauerbau und die Aufnahme diplomatischer Beziehung zwischen Deutschland und Israel wo er auch versuchte etwas zu intervenieren.

00:39:11: Sein eigenes Verhältnis war dabei aber recht ambivalent.

00:39:16: Wie gesagt, er verachtete Deutschland eigentlich die deutsche Kultur und die deutsche Bevölkerung.

00:39:22: Aber als Politiker wollte er doch eigentlich weitestgehend pragmatisch sein Und hier war er sehr nah an seinem Freund im politischen Gefährten nach dem Goldman dass sie beide zusammenprinten, aber jeweils auch eigenständig davon ausging.

00:39:38: Dass das Wichtigste ist was man tun kann eine politische Führung unterstützen die für die Demokratisierung Deutschlands eintritt.

00:39:45: und das wichtigste Ereignis für Prinz war wahrscheinlich über Jahrzehnte ... sogenannten Wiedergutmachungsabkommen von ... ... junze und zweieinfünfzig dreiundvierzig die Luxemburger, das ... ... Luxemburg abkommt.

00:39:56: Das ja als eigentlich aus einer Art Leuchtturm in den ... ... deutsch-jüdischen Beziehungen auch formulierte.

00:40:02: Nämlich also ein klarer Versuch der Adenauer Regierung... ... dass deutsch jüdische Verhältnis in einer sozusagen zu, ... ... in gewisser Weise eine bessere Zukunft zu führen aber vor allem eben auch,... ...die Demokratisierung Deutschlands voran zu.

00:40:19: ... Rund um die Aufnahme diplomatischer Beziehung zwischen Deutschland und Israel hat Prinz versucht, ein sogenanntes deutsch-jüdisches Gespräch zu initiieren.

00:40:32: Er hat da verschiedene Gespräche vom Arzt selbst geführt teilweise alleine in Amerika, in Deutschland aber auch versucht mit Willy Brandt damals noch in Berlin als Bürgermeister von Berlin hier zu kooperieren dieses Gespräch zu initiieren und hat das dann aber viele Jahre später eigentlich alles gescheitert eingeschätzt.

00:40:58: Dankeschön, Birjana!

00:41:00: Wie hat man eigentlich in Buenos Aires unter deutschen Jüdinnen und Juden auf die Entwicklung der Bundesrepublik geschaut?

00:41:09: Hat man eigentlich verfolgt diese Ereignisse von denen jetzt auch dafür gesprochen hat Wiedergutmachungsabkommen Verjährungsdebatten war das ein Thema?

00:41:17: oder eigentlich dieser Kreis, deutsche Juden und Juden mit Deutschland derart abgeschlossen, dass das keine relevanten Ereignisse mehr war.

00:41:28: Nee, doch.

00:41:29: Natürlich hat man das gelesen.

00:41:32: Natürlich ist auch Lateinamerika ein bisschen weiter als andere Länder aber es kommt vor allem wenn wir das sehen wollen in der Presse.

00:41:38: Also jeder Gemeinde ist fast unglaublich Aber jede Gemeinde hatte eine kleine Presseorgane also ein bisschen selbst gemacht, Haus gemacht und da kann man natürlich auch vieles finden über Deutern vor allem zu sein Wiedergutmachen und Sachen zum Beispiel die Entführung von Eichmann was natürlich in Argentinien Und die ganze antisemitische Wähle die dazu kommt Und das ist hochspanen, auch weil diese Themen sind natürlich nicht nur in der Deutsch-Jüdische Presse sondern in die andere jüdische Prässe.

00:42:04: In diesen Ländern.

00:42:05: Das heißt man kann es auch vergleichen wie so seine osteuropäische Communities das aufgenommen haben, wieder gutmachen Prozessen und so weiter oder wie die deutsche Politik ist und wie die Deutschen natürlich auch mit dem Vorteil der deutschen Sprache.

00:42:20: sie konnte natürlich auch die Dokumente und alles direkt lesen.

00:42:24: Aber das wurde auf jeden Fall in Echo hier und das war irgendwie sehr diskutiert.

00:42:30: Gleichzeitig glaube ich, dass auch das Leben hier ein bisschen schwieger ward um wie gesagt dann kamen die Diktaturen und da hat man auch die eigene Probleme zu Hause so zu lösen und auch diese weite Welke nach Europa oder Deutschland.

00:42:43: aber ja die Themen sind zu finden und wurden auch innerhalb glaube ich Deutsche Juden sehr stark diskutiert.

00:42:50: Es gibt Leute, die dieses geht nicht annehmen wollten andere schon.

00:42:54: also wie in jeder Gemeinde da kamen auch die Einladungen das ist auch ein super spannendes Thema als Deutschland oder die deutsche Städte die Emigranten wieder eingeladen haben.

00:43:04: und was passiert dann mit diese Einladung?

00:43:07: es gibt Menschen die wieder hinfahren mit der ganze Familie und vor einige Wochen hat mir eine Freundin erzählt dass ihr Vater aus Berlin hat alles bestellt, die Dicket hat alles zahlen lassen um das sagen vor den Gesicht von allen wieder irgendwie kaputt zu machen und sagen ja jetzt haben sie gezahlt aber wir fliegen trotzdem nicht.

00:43:28: Das heißt es gibt alle mögliche Reaktionen dazu die ganze Paläte und das wurde ja auf jeden Fall darüber diskutiert.

00:43:35: Ja vielen Dank.

00:43:36: ich finde dass ist vielleicht insofern nochmal ein sehr wichtiges Beispiel weil der nicht vergehen kann, nochmal sehr deutlich hervorhebt.

00:43:51: Wir sind jetzt am Ende unserer Zeit und auch das Gesprächs angekommen aber wir können nicht enden ohne eine Frage die jedes Mal am Ende unseres Podcasts Gespräch gestellt wird nämlich die Frage danach nach all dem gesagtem und besprochenen was würdet ihr unseren Hörerinnen-Hörern empfehlen?

00:44:12: Welcher Ort bietet sich dafür an, diesen Podcast zu hören?

00:44:17: Dilyana was meinst du?

00:44:19: Ich dachte auf einen Schiff.

00:44:21: Carlo dass man einfach mal dieses Gefühl so sein von dazwischen sein und irgendwie auf dem Weg sein und Wasser.

00:44:29: und ja genau ich glaube das muss ich einfach mal empfehlen.

00:44:32: irgendwo kann auch auf der Spree sein oder irgendwo ein kleines Schiff aber irgendwo mit Wasser und schiefes Wasser habe ich gedacht

00:44:40: Wir sind global hörbar, das wird sich überall realisieren lassen.

00:44:44: David was hattest du für eine erste Idee?

00:44:49: Ich hatte falsch nachgedacht und hatte tatsächlich nur die Vereinigten Staaten und Prinz im Blick.

00:44:55: aber das lasse ich jetzt trotzdem einfach kurz los ob es jetzt passt oder nicht.

00:45:00: Ein wunderbarer Ort ist natürlich für diese ganze Geschichte, das linke Memorial in Washington

00:45:04: D.C.,

00:45:05: wo entstehen kann die Treppen runterschauen man kann sich den Kopfhörer aufsetzen im Podcast hören dann kann und weiterlaufen.

00:45:11: Auf der rechten Seite ist das Martin Luther King Memorial Dann stößt man auf das Memorial für den Zweiten Weltkrieg Und hat schließlich auf der linken Seite schon nach wenigen Metern zwei ganz wichtige Musee Das Holocaust Museum auf der rechen Seite Das Museum für afroamerikanische Geschichte und Kultur.

00:45:29: Das würde ich empfehlen.

00:45:31: Ja, vielen Dank!

00:45:32: Das ist ja gleichermaßen dann eine Einladung wieder einmal nach Washington zu fahren und vielleicht folgt der eine oder die andere dieser Einladungen.

00:45:42: Mir bleibt am Ende des Gesprächs jetzt vor allem euch beiden sehr herzlich zu danken.

00:45:47: Es war sehr faszinierend und interessant von euren Forschungen zu lernen.

00:45:55: Damit sind wir am ende des heutigen Gespräches angelangt.

00:45:59: Dafür freuen uns Sie, liebe Hörerinnen und Hörern auch im nächsten Monat wieder begrüßen zu dürfen, wenn meine Kollegin Lisa Sophie Gebhardt mit Steven Les über Shanghai als den letzten Zufluchtsort für deutsche Jüdinnen und Juden sprechen wird.

00:46:13: Also schalten Sie wieder ein!

00:46:15: Wir hören uns!

Über diesen Podcast

Herzlich Willkommen bei Jüdische Geschichte Kompakt.

Auf unserem neuen Kanal können Sie einzelne Forschungsprojekte zur deutsch-jüdischen Geschichte und Gegenwart genauer kennenlernen und neue Perspektiven auf vermeintlich Alt-Bekanntes erhalten.

In unterschiedlichen Staffeln können Sie so wie durch ein Schlüsselloch einen Blick auf das weite Feld der Forschung zur deutsch-jüdischen Geschichte werfen und dabei gleichzeitig ganz bequem von zu Hause aus Neues und Interessantes über unser Land und unsere Geschichte erfahren. Die Staffeln werden mal gemeinsam, mal abwechselnd vom Institut für die Geschichte der deutschen Juden (www.igdj-hh.de) in Hamburg und dem Moses Mendelssohn Zentrum für Europäisch-Jüdische Studien (www.mmz-potsdam.de) in Potsdam bespielt.

An jedem ersten Freitag im Monat wird eine neue Folge des Podcasts online geschaltet und damit ein neuer Blick auf die jüdische Geschichte und Gegenwart freigegeben.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Reinhören. Bleiben Sie interessiert und gesund!

Ihr Jüdische-Geschichte-Kompakt-Team

von und mit Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg (Björn Siegel) und Moses Mendelssohn Zentrum für Europäisch-Jüdische Studien, Potsdam (Miriam Rürup)

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