#92 Jüdische Geschichte Kompakt – 18.1 Remapping Survival: Atina Grossmann über deutsch-jüdische Fluchterfahrungen
Herzlich willkommen zur ersten Folge unserer Staffel „Geschichte[n] der jüdischen Diaspora“, für die wir die Historikerin Atina Grossmann aus New York gewinnen konnten.
Mit ihrem feinen Gespür für vergessene Akteur:innen und Orte nimmt sie seit mehreren Jahren die Zufluchtsorte deutschsprachiger Jüdinnen und Juden im sogenannten Globalen Süden in den Blick, die von der Forschung lange übersehen wurden. Für Atina Grossmann verbindet sich mit diesen oft vergessenen Geschichten nicht nur ein Forschungsinteresse, sondern auch das Schicksal ihrer Eltern: Sie waren selbst deutsch-jüdische Geflüchtete gewesen, die Berlin 1935 verlassen mussten und sich nach mehreren Zwischenstopps in Asien schließlich in den USA niederließen. In unserem Gespräch erfahren Sie mehr über Atina Grossmanns Familiengeschichte und ihre Forschung sowie darüber, wie beide miteinander verbunden sind.
Atina Grossmann ist darüber hinaus Mitglied des Fachbeirats im Publikationsprojekt „Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora“. Auf das internationale Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Leo Baeck Institut und seiner Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft am MMZ realisiert wird, kommen wir ebenfalls zu sprechen. Atina Grossmann erweist sich somit gleich in mehrfacher Hinsicht als eine ideale Gesprächspartnerin, und wir freuen uns sehr, die neue Staffel mit ihr zu eröffnen.
Falls Sie mehr über Atina Grossmann und die im Podcast angesprochenen Themen erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen folgende Literatur zum Nachlesen:
• Atina Grossmann et al. (Hg.), Unser Mut. Juden in Europa 1945–48 (Ausstellungskatalog, Jüdisches Museum Frankfurt), Berlin/Boston 2022.
• Atina Grossmann, „Remapping Survival: Jewish Refugees and Lost Memories of Displacement, Trauma, and Rescue in Soviet Central Asia, Iran, and India”, in: Simon Dubnow Institute Yearbook, Bd. 15, Göttingen 2017, S. 71–97.
• Atina Grossmann, Juden, Deutsche, Alliierte. Begegnungen im besetzten Deutschland, Göttingen 2012.
• Atina Grossmann, Wege in der Fremde. Deutsch-jüdische Begegnungsgeschichte zwischen Feldafing, New York und Teheran. (= Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts. Vorträge und Kolloquien, Bd. 10), Göttingen 2012.
• Laura Jockusch/Tamar Lewinsky, „Paradise Lost? Postwar Memory of Polish Jewish Survival in the Soviet Union”, in: Holocaust and Genocide Studies 24 (2010), 3, S. 373–399.
• Atina Grossmann, Reforming Sex. The German Movement for Birth Control and Abortion Reform, 1920–1950, New York u.a. 1995.
Siehe außerdem:
• „Jewish Refugees in the Global South: New Approaches to Global Transit During the Holocaust”, Vortrag von Atina Grossmann anlässlich der jährlichen Sara und Asa Shapiro Scholar Lecture, USC Dornsife, 21.04.2025: https://www.youtube.com/watch?v=Z7YKst6f6DA
• „Trauma, Privilege, and Adventure: Jewish Refugees Between ‘Orient’ and European Catastrophe”, 64. Leo Baeck Gedenkvorlesung von Atina Grossmann, New York, 23.01.2024: https://www.lbi.org/de/events/64th-leo-baeck-memorial-lecture-atina-grossmann/
Link zu allen bisherigen Folgen: https://juedischegeschichtekompakt.podigee.io
Bleiben Sie gesund und interessiert, wir hören uns.
Ihr Team von Jüdische Geschichte Kompakt
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