Jüdische Geschichte Kompakt

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00:00:18: Hallo und herzlich willkommen zur achtzehnten Staffel von Jüdische Geschichte Kompakt, dem Podcast-Kanal und Gemeinschaftsprojekt des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg.

00:00:28: Und das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch jüdische Studien in Potsdam.

00:00:32: Mit der achtzehnten Staffel geht der auditive Staffelstab wieder zurück an meine Chorus-Kollegin Miriam Rürup, die Direktoren des MMZ und an das gesamte Podcasteam in Potsdam.

00:00:42: Mit der Staffel-Stab-Übergabe beginnt die gute alte Tradition von neuem und auf sie die Behörerinnen und Hörern, wartet damit wieder ein spannendes Intro, dass ihnen die Ideen und Motive der neuen Staffel vorstellt – und damit einen ersten Vorgeschnack auf die nächsten vier Folgen gibt!

00:01:00: Mein Name ist Björn Siegel, ich bin stellvertretender Direktor des IGDJ und ich freue mich wie Sie liebe Hörerinnen und Hörern nun mehr über die achzehnte Staffel zu erfahren.

00:01:08: Die an den schon reichhaltigen Schatzanfolgen von jüdische Geschichte kompakt sicherlich anschlüssen wird!

00:01:15: Siebzehnt Staffeln, bereits über neunzig Gespräche mit Expertinnen und Experten zu diversen jüdischen Themen.

00:01:21: Und knapp zweitausend Downloads & Streams in den letzten dreißig Tagen allein!

00:01:25: All diese Zahlen bezeugen für uns das der Ansatz neueste Forschung, disziplinäre Hintergründe unter Herausforderungen wie auch neue Quellen- und Zugänge im Gespräch zugänglich zu machen – wir auch ihnen Einblicke in die Debatten über jüdische Literatur Geschichte und Religion oder Phänomene und Epochen in der deutschen Geschichte zu geben, das ist doch ein Erfolg.

00:01:46: Die thematische Vielfalt können Sie vielleicht an einem kleinen Scroll über die jüdische Geschichte kompakt Seite noch einmal nachvollziehen und in die eine oder andere Folge hineinhören – wie die Gegenwart die Vergangenheit und wie die Verganganheit die Gegenwahrt prägen und von welcher Perspektive Geschichte und Geschichten erzählt werden spielen immer wieder eine Rolle in den Gesprächen und Überlegungen vor allen Dingen zur Gestaltung der Staffeln.

00:02:10: Ob dies auch wieder in der achtzehnten Staffel für Sie, liebe Hörerinnen und Hörern herauszuhören ist?

00:02:14: Dies fragen wir am besten meine Chorus-Kollegin Miriam Rührup und das Team aus Potsdam.

00:02:19: Und damit übergeben wir schon den auditiven Staffelstab von Hamburg nach Potsdamm.

00:02:24: Daher, liebe Miriam die Frage – auf was können wir uns also in der nun kommenden achtzehnten Staffel eigentlich freuen!

00:02:32: Danke lieber Björn für diese auditive Staffelstaubsübergabe Und herzlich willkommen also auch von mir zur achzehnten Staffel oder zum Auftakt der achzehnten Staffel von jüdische Geschichte Kompakt.

00:02:46: Und bei der Gelegenheit übrigens, auch gerne nach Hamburg.

00:02:50: ein ganz herzlichen Glückwunsch zum inzwischen Jahr neun schon sechzigsten Jubiläum des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden.

00:02:58: Ich erinnere mich noch fast als wäre es gestern gewesen an das fünftigste Jubiläum vor zehn Jahren, als ich ja noch Direkturin war.

00:03:07: Insofern wünsche ich euch schöne Feiern in Hamburg und freue mich nun Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer zur achzehnten Staffel willkommen zu heißen.

00:03:18: Sie haben es schon gehört!

00:03:19: Ich bin Miriam Röhrop, Direktorin des Moses-Mendelsons Zentrums und Co-House gemeinsam mit Björn Siegel für diesen Podcastkanal.

00:03:27: Zugleich bin ich aber auch Vorsitzende der wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft der Leo Beck Institute und genau diese spielen für die kommenden Staffeln ein.

00:03:37: große Rolle, weil sie Forschungsinstitute waren die deutsch- jüdische Geschichte außerhalb Deutschlands erforscht haben.

00:03:46: Nämlich von Emigranten und Emigranthinnen, die Deutschland verlassen mussten unter der nationalsozialistischen Herrschaft und die dann in drei Ländern ihrer Emigration sprich in Israel nämlich Jerusalem.

00:03:59: in den USA, nämlich in New York und im Vereinigten Königreich.

00:04:04: In England, nämlich London.

00:04:06: Im Jahr nineteen fünffünfzig die sogenannten Leo Beck Institute gegründet

00:04:11: haben.

00:04:12: Und auf die Geschichte geht sozusagen auch das Projekt zurück aus deren heraus dieser Podcast entstanden ist bzw diese Staffel entstanden.

00:04:24: Insofern war das jetzt also eine ganz lange Antwort auf deine Frage, lieber Pierre.

00:04:28: Nämlich worauf können wir uns denn in dieser Staffel freuen?

00:04:32: Ich würde sagen... ...in dieser Staffeln können Sie sich auf eine kleine höhbare Weltreise durch die deutsch-hytische Geschichte freuen!

00:04:41: Denn in der heute beginnenden Staffel neben meine Kollegin Lisa Gebhardt und Lutz Fiedler, die Dekoration übernommen haben sie über vier Gespräche hinweg in die Themen- und Fragestellungen eines Buch- und Webseitenprojektes mit dass sich mit dieser Frage der sogenannten deutsch jüdischen Diaspora beschäftigt.

00:05:05: Beziehungsweise den Geschichten und der Geschichte einer sogenannten deutsch- jüdischen Diaspora.

00:05:10: Dieses Projekt, das ja großzügig seit drei Jahren von der VW-Stiftung unterstützt wird ist eine Fortsetzung der vielen von ihnen vielleicht bekannten Reihe der deutschen Geschichte in der Neuzeit die von Michael Brenner und Michael Meyer in den USA herausgegeben wurde und bei CH Beck auf Deutsch erschienen es nicht nur ein Projekt von verschiedenen Institutionen, die sich dafür zusammengetan haben.

00:05:36: Und wir am Moses Mendelssohn-Zentrum haben dafür in gewisser Weise nur die Federführung – also das NUR war ein Anführungszeichen gesprochen – sondern es ist in der Tat ein internationales Gemeinschaftsprojekt und es ist damit von zahlreichen Autorinnen und Autoren aus vielen Ländern, in denen sich Juden und Jüdinnen in der Immigration niedergelassen haben.

00:06:01: Und deren Nachfragen dort teilweise bis heute leben.

00:06:04: Sondern diese Webseite ist auch seit einem Jahr für sie online schon einsehbar.

00:06:09: Alle solche Hinweise wie Webseiten, Buchtitel

00:06:11: etc.,

00:06:12: finden Sie im Übrigen auch in den Show Notes zu diesem Podcast also wenn die sie auf der Hauptseite des Podcastes einmal nachsehen bei Prodigy.

00:06:21: Damit Nicht nur ein internationales und ein Gemeinschaftsprojekt, sondern es ist auch ein hybrides Projekt.

00:06:28: Es gibt eine Webseite... die bereits vor einem Jahr online gegangen ist und seither beständig wächst, die zweisprachig

00:06:36: ist.

00:06:36: Da wir natürlich davon ausgehen dass die Nachfahren und Nachfahrenden der ehemals deutschen- und deutschsprachigen Jüdinnen und Juden möglicherweise oder höchstwahrscheinlich auch gar nicht mehr unbedingt Deutsch sprechen so das sie auch offen stehen soll und einsehbar sein sollen für den Nachfahren.

00:06:52: Und es entsteht ein Buchprojekt an dem wir aktuell noch arbeiten in einer Autorenautorengruppe.

00:06:58: Die Kernfrage ist, und darum widmen wir uns auch in diesen vier folgenden Gesprächen.

00:07:03: Wie geht eigentlich die deutsch- jüdische Geschichte weiter nachdem die Nationalsozialisten an die Macht gekommen sind?

00:07:12: Also was passiert mit der deutschen Geschichte wenn sie nicht mehr innerhalb sondern außerhalb des deutschsprachigen Raumes stattfinden?

00:07:21: wie nehmen die jüdischen Migrantinnen Flüchtlinge Ihre jüdische Geschichte, ihre deutsch-jüdische Geschichte auch mit.

00:07:30: Und wie leben Sie sie möglicherweise mit einem gewissen Rückbezug zu jenem Deutschland weiter?

00:07:36: Deswegen auch dieser vielschichtige Titel des Projektes, an dem man durchaus auch ein bisschen anecken kann.

00:07:43: Nämlich die Geschichte und Geschichten der Deutsch-Jüdischen Diaspora.

00:07:47: Klassischerweise bezieht sich die Diasbora auf die Vorstellung es gibt eine Zerstreuung, einen Exil also eine Verbannung aus einem Zentrum.

00:07:57: Und in diesem Exil die Menschen, die in dieser Zerstreuung leben.

00:08:02: fortan Leben sie in einer Art Rückbezug zu jenem Zentrum.

00:08:07: In der jüdischen Geschichte ist das Zentrum dann eben Zion, es ist jetzt zerstörte Tempel in Jerusalem.

00:08:13: Aber wie sich das in die reale Lebenspraxis übersetzt?

00:08:18: Ist etwas was natürlich jede Generation, jede Gemeinschaft und in unserem konkreten Fall hier auch in jedem Exilort sich anders übersetzt und ausgeprägt ist.

00:08:29: Und das Besondere in dem Fall unseres Projektes ist dass wir noch dazu auch fragen, wie ist der Rückbezug zur früheren deutschen Heimat?

00:08:38: Also als deutsch-jüdische Heimat.

00:08:41: Das heißt die diasporische Situation ist gewissermaßen doppelt.

00:08:45: Es ist einmal die jüdisch religiöse, die vielleicht Zion als Zentrum hat und es ist andererseits aber auch die Erfahrung als ehemals deutsche Juden aus Deutschland vertrieben worden zu sein sich aber dem immer noch in irgendeiner Weise möglicherweise zugehörig gefühlt zu haben.

00:09:01: Diese Themen sind das, was uns in dem übergeordneten Forschungs- und Publikationsprojekt beschäftigt.

00:09:07: Bevor ich jetzt also noch viel mehr vorwegnehme, übergebe ich an dieser Stelle am besten an die Kuratorin und den Kurator dieser Staffel.

00:09:15: Lisa Gephardt ist Historikerin und hat promoviert über einen Frühzionisten nämlich Darle Striedsch Und hat bevor sie zu uns ans Moses Mendelssohn-Zentrum gewechselt ist, verschiedene Stationen in ihrer beruflichen Laufbahn gehabt und direkt davor war, hatte sie am Deutschen Historischen Museum ein wissenschaftliches Volontariat absolviert.

00:09:35: Und ist dann im Frühsommer zwanzig dreiundzwanzig als wissenschaftliche Koordinatorin dieses Projektes zu uns gestoßen.

00:09:43: Lutz Fiedler ist ebenfalls Historiker Und seit Herbst, zwanzig-einundzwanzig bei unserem Moses Mendelssohn Zentrum als wissenschaftlicher Mitarbeiter und zuvor hat er am Selma Sternzentrum im jüdische Studienberlin Brandenburgs eine Forschungsgruppe zur jüdischen Diaspora Politik in dem zwanziger Jahrhundert geleitet.

00:10:03: Das Kuratorunteam dieser Staffel könnte also nicht besser geeignet sein als ihnen jetzt!

00:10:08: nahezubringen, was die einzelnen vier Gespräche sein werden und was die Ideen hinter der konkreten Staffel dieses Podcastes sind im Vergleich auch zu unserem übergeordneten Forschungsprojekt.

00:10:20: Ich wünsche Ihnen also an dieser Stelle gutes Zuhören, spannende vier Folgen und nun einen spannenden Einblick in die einzelne vier Folge und die Schritte, die diese Staffel absolvieren wird!

00:10:34: Liebe Lisa Lieberlutz ich weiß nicht wer von euch beiden vielleicht anfangen möchte.

00:10:40: Vielen Dank, liebe Miriam für diesen thematischen Einblick in unsere Staffel an die wir nun Liebe Hörerinnen und Hörern noch ganz kurz mit einem kleinen Überblick dazu anschließen wollen auch wen sie sich in den kommenden Folgen als unseren Gästen freuen dürfen.

00:10:55: Wir sind sehr glücklich darüber dass wir gleich für unsere erste Folge Athena Krosman gewinnen konnten die sich mit ihren neuen Zugängen und Fragen zur Fluchtgeschichte der deutschsprachigen Jüdinnen und Juden schon seit langem einen Namen gemacht hat.

00:11:09: Über die besondere Bedeutung des Iranes und Indiens als Transiträume der Flucht haben wir mit ihr ebenso gesprochen, wie über die Notwendigkeit einer Verschränkung der Historiografie zu Deutsch-Jüdischen Diaspora – mit einer Geschichte des globalen Süden.

00:11:24: Darüber aber auch inwiefern Artinas Forschungsfragen zugleich ihre eigene Familiengeschichte berühren Ja von ihr geprägt sind, können sie bereits jetzt online nachhören.

00:11:36: In unserem zweiten Gespräch werden wir mit den Vereinigten Staaten und Lateinamerika dem Blick auf zwei Kernregionen der deutsch- jüdischen Jasperer richten, deren Bedeutung gerade im Gefolge der Flucht vom Nationalsozialismus und Holocaust noch einmal angewachsen ist.

00:11:51: Mit unserem Kollegen David Jünger wollen wir vor allem über das Leben des deutsch-amerikanischen Rabinas Joachim Prinz und davon ausgehend, über das antirassistische Engagement Deutscher Jüdinnen und Juden in die amerikanischen Bürgerrechtsbewegung sprechen.

00:12:04: Erweitern werden wir diese amerikanliche Erfahrung durch einen Blick nach Süden.

00:12:09: im Gespräch mit einer Feierstein, der als Professorin an der Humboldt Universität forscht und publiziert, werden wir an die unterschiedlichen Versuche Deutschsprachiger Jüdens und Judenen erinnern zwischen Mexiko und Argentinien an die vergangenen deutschsprachig-jüdische Kultur fernab der verlorenen Heimat anzuknüpfen.

00:12:29: In der dritten Folge wird es dann persönlich.

00:12:32: Wir wollen uns in einer individuellen Familiengeschichte unter Frage widmen, wie sich die Fluchterfahrungen der Eltern auf die sogenannte zweite Generation auswirkten.

00:12:41: Der promovierte Jurist und Wahlheidelberger Steven Less erzählt von der Geschichte seines Vaters, der als Jugendlicher von Berlin nach Shanghai fliehen und später von dort in die USA emigrieren konnte.

00:12:54: Das Gespräch steht im Zeichen einer Vater-Sohnbeziehung, die von großem Vertrauen und Zuneigung aber auch von Konflikten und Spannungen geprägt war.

00:13:03: In der vierten und letzten Folge sprechen wir schließlich mit der Historikerin Ruth Nathammann aus Florenz, die sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Leobec-Instituts beschäftigt.

00:13:14: Zuletzt erschien von ihr das Buch «Sebzig Jahre Leobec Institute», deutsch-Jüdische Geschichte in der Diasburger.

00:13:23: Anknüpfend an diesen für die aktuelle Podcaststaffel, so passenden Titel freuen wir uns von Rudnattermann mehr darüber zu erfahren wie diese deutsch-schüdische Geschichte seit nineteenhundertfünfzig vom LBI erschlossen erforscht und erinnert wird.

Über diesen Podcast

Herzlich Willkommen bei Jüdische Geschichte Kompakt.

Auf unserem neuen Kanal können Sie einzelne Forschungsprojekte zur deutsch-jüdischen Geschichte und Gegenwart genauer kennenlernen und neue Perspektiven auf vermeintlich Alt-Bekanntes erhalten.

In unterschiedlichen Staffeln können Sie so wie durch ein Schlüsselloch einen Blick auf das weite Feld der Forschung zur deutsch-jüdischen Geschichte werfen und dabei gleichzeitig ganz bequem von zu Hause aus Neues und Interessantes über unser Land und unsere Geschichte erfahren. Die Staffeln werden mal gemeinsam, mal abwechselnd vom Institut für die Geschichte der deutschen Juden (www.igdj-hh.de) in Hamburg und dem Moses Mendelssohn Zentrum für Europäisch-Jüdische Studien (www.mmz-potsdam.de) in Potsdam bespielt.

An jedem ersten Freitag im Monat wird eine neue Folge des Podcasts online geschaltet und damit ein neuer Blick auf die jüdische Geschichte und Gegenwart freigegeben.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Reinhören. Bleiben Sie interessiert und gesund!

Ihr Jüdische-Geschichte-Kompakt-Team

von und mit Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg (Björn Siegel) und Moses Mendelssohn Zentrum für Europäisch-Jüdische Studien, Potsdam (Miriam Rürup)

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